Phytotherapie/Aromatherapie

Echinacea Medizin
Echinacea Medizin

Heilen mit Pflanzen – das war der Ursprung aller Medizin und ist älter als die Menschheit.

Die frühen Menschen der Vorzeit beobachteten die Tiere, die bei bestimmten Leiden immer dieselben Pflanzen fraßen. Durch Imitation, Versuch und Irrtum hat sich die Menschheit einen großen Schatz erarbeitet, der zur Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten und seelischen Leiden dient.

Phytotherapie ist Domäne der naturheilkundlichen Medizin; aber nicht nur, denn sie ist auch Bestandteil der ärztlichen Ausbildungsverordung. Pflanzenmedizin ist etwas ganz Selbstverständliches und Grundlage manch synthetisch nachgemachten pharmazeutischen Präparates. Bestes Beispiel ist die Weidenrinde, aus der heute unser bekanntes Aspirin hergestellt wird. Pflanzen werden in Form von Tees, Tinkturen, Tabletten und Tropfen verabreicht, in Salben eingearbeitet oder als kühlende Geele oder sogenannte „ Roll ons“ verwendet, homöopathisch potenziert oder spagyrisch aufbereitet. Spagyrik kommt aus dem Griechischen ( span= trennen, agaeirein = zusammenfügen) und meint folgenden Vorgang: Pflanzen oder Pflanzenteile werden mit Hefe zu einem alkoholischen Gemisch vergoren, anschließend destilliert und der Rest der verbliebenen Masse wird verbrannt (verscht), die Asche wird im Destillat gelöst.

 

Aromatherapie

Dies ist ein Teilbereich der Phytotherapie. Hier werden die Pflanzenteile destilliert und dadurch 2 Produkte gewonnen: Das ätherische Öl, kostbar, duftend und flüchtig und Hydrolat. Dies ist das Pflanzenwasser, das bei dem Vorgang des Abkühlens durch Kondensation entsteht. Letzteres ist nicht lange haltbar, enthält aber viele Duftstoffe der destillierten Pflanze und kann mit etwas Alkohol konserviert werden. Die Pflanzenöle sind geballte Pflanzenkraft und sprechen unseren Hirnnerven, den n. olfaktorius an. Das ist der Riechnerv, der sofortigen Zugang zum Gehirn hat und dort auf das Lymbische System trifft. Es ist unser entwicklungsgeschichtlich ältester Gehirnteil, der automatische und vegetative Körperfunktionen steuert und – sozusagen ohne nachdenken – direkten Einfluss auf Verhalten und Emotionen hat. Aus diesem Grund umgab man sich schon sehr früh mit Düften. Es wurden Fruchtschalen und Hölzer verbrannt und der Duft stieg durch den Rauch auf: „per fumo“ (lat.= durch den Rauch). Wir kennen es als „Parfüm“ Die Aromatherapie wird vielfältig eingesetzt und ist heute fester Bestandteil der Pflege in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Öle vermögen die Luft zu reinigen (Propolis übrigens auch) und nachweislich die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Sie heben die Stimmung und schaffen ein Wohlgefühl. Als Zusatz zu Massageölen entspannen sie die Haut. Sie helfen bei Erkältungskrankheiten durch Inhalation, aber ihre interessantesten Eigenschaften sind: Sie wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze.Ähnlich wie die Bienenprodukte haben die Erreger keine Resistenzen gegen die natürlichen Pflanzenöle entwickelt. Die Pflanze selbst setzt sie ja gegen Mikroben ein und hat sich immer angepasst. Das hat zur Folge, dass in manchen Fällen von multiresistenten Keimen Pflanzenöle die Erreger abtöten können. In anderen Fällen „knacken“ sie die Schutzhülle, mit der sich die Erreger umgeben, damit das Antibiotikum sie nicht erreichen kann und auf diese Weise sind die resistenten Krankheitskeime für das Antibiotikum wieder zugänglich und können abgetötet werden.Um dafür das richtige Öl heraus zu finden macht man ein

„Aromatogramm“

D.h. ein Abstrich des Erregers wird an ein Labor geschickt, das den oder die Keime identifiziert. Danach werden sie in Petrischalen auf Nährböden angezüchtet. Nun werden die in Frage kommenden Öle aufgetropft und die Größe des Hemmhofes bestimmt, das ist das Gebiet, das durch das Öl keimfrei gemacht wurde. So kann man das wirkungsvollste Öl ermitteln.